ZurückEhrenkodex für Mitglieder des DAV
Angeln hat sich historisch aus dem Fischfang als notwendige
Tätigkeit zum Lebensunterhalt entwickelt. Angeln
(Freizeitfischerei) beginnt dort, wo die Notwendigkeit des
Fischfangs zum ausschließlichen Lebensunterhalt
(Berufsfischerei) nicht mehr gegeben ist, wo sich die
Freizeit- von der Berufsfischerei trennt, verselbständigt
und Fische in der Freizeit zur persönlichen Verwendung
gefangen werden.
Angeln stellt uraltes Gemeingut der Menschheit dar und ist
zugleich kulturelle Tradition, die gepflegt und
weiterentwickelt werden muss.
- dass in unserer zunehmend technisierten Welt der Natur-
und Umweltschutz, darin eingeschlossen die Erhaltung,
Pflege und Bewirtschaftung der Gewässer, und somit das
Angeln objektiv und das subjektive Verhalten jedes Anglers
eine immer größere Bedeutung gewinnen;
- dass Angeln mehr ist als Fische aus dem Wasser zu
ziehen;
- dass Angeln in der Öffentlichkeit stattfindet und
entsprechend dem positiven oder negativen Verhalten jedes
einzelnen Anglers auf die gesamte Anglerschaft geschlossen
wird;
- dass davon wiederum Achtung und Akzeptanz der
Gesellschaft gegenüber dem Angeln und den Anglern
entscheidend beeinflusst werden,
erklären die im Deutschen Anglerverband e.V. (DAV)
organisierten Anglerinnen und Angler, dass sie den
nachstehenden Ehrenkodex zur Richtschnur bei der Ausübung
des Angelns machen:
Angeln schließt die Nutzung und aktive Gestaltung der
Natur zur Erholung und zum Wohle des Menschen ein. Angler
betrachten deshalb den Fischfang als Chance zur
körperlichen Betätigung im Einklang mit der Natur. Was
sie der Natur in diesem Sinne entnehmen, geben sie ihr auch
mit Freude und Verantwortung durch Hege der Fischbestände
und Pflege der Gewässer und Ufer zurück, wobei sie sich
auf ihre Erfahrungen und auf neueste wissenschaftliche
Erkenntnisse stützen.
Angeln ist eingebettet in gesellschaftliche
Rahmenbedingungen, die einen Kompromiss aus konkurrierenden
rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen,
kulturellen u.a. Interessen darstellen. Angler sind deshalb
einerseits entschlossen, ihre Interessen durchzusetzen,
andererseits aber kompromissbereit und suchen in der
Zusammenarbeit mit anderen Interessenvertretern nach
Lösungswegen, die der Erhaltung der Natur und dem Menschen
gerecht werden.
Angler können dank ihrer Kompetenz (u.a. belegt durch
einen Sachkundenachweis) im Umgang mit den ihnen vertrauten
Biotopen ihre Mitmenschen, besonders Kinder und
Jugendliche, zum Verständnis und zur Achtung der Natur
hinführen. Sie beweisen, dass man die Natur für eigene
Bedürfnisse nutzen kann, sie aber zugleich erhalten und
pflegen muss.
Damit zeigen sie Kindern und Jugendlichen einen Weg zur
aktiven Freizeitgestaltung abseits von "Straße"
und Drogen auf.
Angler sind Anwalt der Natur. Sie bzw. die Vereine und
Verbände setzen sich überall für einen sinnvollen
Umwelt-, Landschafts-, Gewässer- und Tierschutz ein und
unterstützen entsprechende praktische Initiativen.
Gleichermaßen wenden sie sich gegen jeglichen
rücksichtslosen Umgang mit und in der Natur (das gilt auch
für Mitglieder aus den eigenen Reihen) und gegen das
Schwarzangeln bzw. gegen die Fischwilderei.
Für Angler sind die Fische nicht Freiwild, sondern Teil
der Schöpfung wie der Mensch auch, die mit Respekt und
Achtung zu behandeln sind. Das gilt gleichermaßen für
alle übrigen Tier- und Pflanzenarten aquatischer
Lebensräume.
Das Angeln ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die
deshalb zum fairen und schonenden Umgang mit den Fischen
verpflichtet. Das schließt einen Wettkampf zwischen Mensch
und Tier aus. Weidgerechtes Angeln, die strikte Einhaltung
aller gesetzlichen Bestimmungen sowie deren Kontrolle sind
daher oberstes Gebot. Nur unter diesen Bedingungen kann und
darf es einen Vergleich der Angler untereinander geben.
Die Faszination des Angelns liegt u.a. darin, ob der Mensch
den Fisch in dessen natürlicher Umgebung zu überlisten
imstande ist. Insofern ist Angeln ein Ausdruck menschlicher
Kreativität.
Der Reiz des Angelns liegt weiterhin im Erfahren der Natur,
ihrer Schönheit und Einmaligkeit. Vielfach sind wir
Menschen diesem Erleben schon weitgehend entfremdet. Dies
alles motiviert den Angler, die Natur mit seinen
Möglichkeiten zu hegen und zu pflegen. Die Anziehungskraft
des Angelns liegt ebenso im Erleben der Gemeinschaft, sei
es im Rahmen der Familie, sei es mit anderen Anglern oder
beim gemeinsamen Austausch von Kenntnissen, Erfahrungen und
Erlebnissen.
Angeln ist aber auch Sport. Beim so genannten Casting oder
Turnierangeln kämpfen gleichberechtigte Sportler mit- bzw.
gegeneinander. Dies ist zugleich eine wertvolle
Vorbereitung auf das Angeln.
Aktive Mitgestaltung in den Vereinen und Verbänden des DAV
ist zugleich nützliche Tätigkeit für das Gemeinwohl
durch Bewahrung und Entwicklung regionaler Traditionen,
Ausprägung von Heimatgefühl, Erhaltung und Schaffung
gesunder Lebensräume zum Wohle der heutigen und für
künftige Generationen. Angeln hat somit eine wichtige
ethisch-kulturelle Funktion gerade in einem so hoch
industrialisierten Land wie Deutschland. Organisiertes
Angeln hat zugleich eine wichtige soziale und
wirtschaftliche Funktion. Es bietet auch den sozial
Schwachen die Möglichkeit, einer sinnvollen
Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Es schafft
Arbeitsplätze sowie materielle Werte für den Tourismus,
durch die Erhaltung gesunder Lebensräume (z.B. auch durch
Fischzucht und Fischbesetzung) und durch den Kauf von
Angelausrüstungen.
Die Mitarbeit im DAV bietet eine wichtige Chance zur
Bewahrung und Entwicklung einer basisdemokratischen Kultur
sowie spezifischer Erfahrungen. Hier zählt noch das Wort
jedes einzelnen Mitglieds. Das solidarische Miteinander
aller Vereine und Verbände im DAV trägt wesentlich dazu
bei, voneinander zu lernen, einander zu respektieren und so
die innere Einheit Deutschlands voranzubringen.
Angler entwickeln untereinander ein starkes
Solidaritätsgefühl. Sie helfen sich gegenseitig.
Innerverbandliche Konkurrenz ist mit dem Charakter und den
Zielen des DAV bzw. dem Selbstverständnis der Angler
unvereinbar. Wer im DAV organisiert ist, ist nie allein.
Der DAV ist offen für jeden Angler. Er bietet für alle
eine Heimat, die im Sinne dieses Kodex das Angeln ausüben.
Wer dies nicht möchte oder dagegen verstößt, schließt
sich selbst aus der Gemeinschaft des DAV aus.
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