Die Barbe
ein harter
Kämpfer
Die Barbe lebt in Flüssen mit starker Strömung. Für
viele
Angler ist sie einer der aufregendsten Fische überhaupt, weil sie im Drill nie
aufgibt.
Barben sind schlank, stromlinienförmig und muskelstark alles Zeichen, dass sie in der starken Strömung des Flusses stehen können. Sie haben die typische Färbung von Fischen der Karpfenfamilie, mit einem grünen oder braunen Rücken, goldbronzenen Flanken und einem blassen Bauch. Im klaren Wasser können Barben auch dunkelschwarzbraun gefärbt sein.
Hervorragender Tastsinn
Die Barbe ist im Süden Deutschlands stärker als im
Norden verbreitet. Sie ist dem Leben und der Nahrungsaufnahme am Grund von
schnellfließenden Flüssen gut angepasst. Der lange, spitze Kopf mit dem
unterstehenden Mund ist ideal, um grobkiesigen Grund nach Nahrung zu
durchwühlen. Die Barteln, die dem Fisch seinen Namen gaben, sind sensible
Tastorgane, die auch Duftstoffe wahrnehmen können.
Lieblingsnahrung sind Würmer und Insektenlarven, kleine
Krebstierchen, Schnecken, Muscheln und andere Fischnährtierchen. Barben fressen
auch kleine Fische. Mit ihren starken Schlundzähnen kann die Barbe selbst harte
Nahrungsbrocken wie Muscheln knacken. Im Winter, wenn das Wasser kälter ist,
sind Barben in ihrer Nahrungsaufnahme zurückhaltend. Sollte der Fluß im Winter über seine
Ufer steigen, erwachen die Barben allerdings zu höchster Aktivität, um die
Nahrungsbrocken zu erhaschen, die von den überspülten Ufern in den Fluß
geschwemmt werden.
Der grobe Kies
Obwohl es Barben gibt, die auch in stehenden Gewässern leben, ist ihr
Lebensraum der schnelle Fluß, besonders wenn die Strömung so stark ist, daß
Schlammablagerungen nicht möglich sind. Das heißt, daß sie normalerweise über
grobkiesigem Grund anzutreffen sind, wo sie sich fortpflanzen und auf
Nahrungssuche gehen. Sie bevorzugen auch Wasser, das sehr stark mit Sauerstoff
angereichert ist, so wie man es direkt unterhalb eines Wehres findet. Barben
laichen zwischen Mai und Juli, wenn sie in großen Schulen stromauf ziehen, wo
sie sich Kiesbetten zur Laichablage suchen. Die weiblichen Barben graben dort
eine Laichgrube, wo die Eier abgelegt werden. Nach der Befruchtung entwickeln
sich aus den Eiern Jungfische, die zunächst im Flachwasser bleiben. Die jungen
Barben erreichen nach fünf Jahren ihre Geschlechtsreife, wenn sie zwischen 25
und 75 cm lang sind. Eine 50 cm lange Barbe wiegt etwa 2,3 kg. Barben werden in
Mitteleuropa schwerer als z.B. auf den Britischen Inseln. Auf dem Kontinent
sind Gewichte bis zu 9 kg möglich, weil dort die warmen Perioden länger dauern
und der Fisch länger Nahrung aufnehmen kann.
Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name: Barbus barbus
Höchstgewicht: 7 kg
Maximale Länge: 90 cm
Durchschnittsgewicht: 2 kg
Lebenserwartung: 15 und mehr Jahre
Rekord
Barben
Die deutsche Rekord Barbe wurde im Jahr 1974 bei Gronau
in der Ems gefangen. Sie wog genau 17 Pfund. In der Ems gab es im Jahr zuvor
bei Lingen noch einen Rekordfang; die Barbe wog 13 Pfund. Eine 13pfündige Barbe wurde 1968 auch bei Ulm im Rhein gefangen. Die österreichische Rekord Barbe von13
Pfund wurde in der Traun gefangen. Weitere österreichische Rekord Barben um 9
Pfund wurden in der Donau und in der Kampfluss gefangen.
Rote Liste
Die Barbe bietet das beste Beispiel, wie wasserbauliche Maßnahmen einen
Fisch soweit zurückdrängen können, daß sein Bestand gefährdet ist. Sie hat auf
der Roten Liste in Deutschland den zweiten Platz als stark gefährdete Art. In
Hamburg ist der Fang verboten. Dort gilt sie als unmittelbar vom Aussterben
bedroht. In der Mittelelbe war die Barbe vor 1925 als Standfisch einer der
wichtigsten Wirtschaftsfische. Nach Sperrwerksbauten oberhalb Hamburgs
verschwand sie fast ganz, weil ihre Laichbiotope und Aufwuchsgebiete verloren
gingen.
Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name: Barbus barbus
Höchstgewicht: 7 kg
Maximale Länge: 90 cm
Durchschnittsgewicht: 2 kg
Lebenserwartung: 15 und mehr Jahre