Brassen
- der Wühler
am Gewässerboden
Brassen leben in Schulen und können sehr groß
werden. Wer einen Brassen gefangen hat, wird bald
weitere fangen.
Der Brassen gehört zu der großen Familie der
Karpfenfische. Er hat einen
hochrückigen, sehr flachen Körper und kann leicht
durch Kraut im flachen Wasser schwimmen. Der Brassen, der vielerorts auch Blei
oder Brachse genannt wird, hat eine lange, tief ein geschnittene
Schwanzflosse. Die Fische haben ein kleines, unterständiges Maul, das
allerdings weit herausgeklappt werden kann, um den Untergrund eines Gewässers
nach Nahrung zu durchsuchen. Charakteristisch ist auch die dicke Schleimschicht
auf den Schuppen.
Kleine Brassen sind silbrig gefärbt. Wenn sie größer werden, wird die
Farbe dunkler bis zu einem goldolivenen Ton. Ausgewachsene Brassen haben einen
schwarzen Rücken, grünlichbronzefarbene Seiten und einen weißen Bauch.
Die Boden-Wühler
Kleine Brassen fressen Algen und kleine Wasserinsekten. Ausgewachsene Brassen nehmen praktisch alles, was sie erreichen können. Sie nehmen Pflanzen, Insekten, Larven, Krebse, Kleinfische und auch wirbellose
Tiere. Die ganz großen Brassen fressen nachts auch Laich
kleiner Elritzen. Ab und zu rollen sich ganze Brassenschulen, bevor sie mit dem
Fressen beginnen. Für Brassen gibt es eine große Zahl Köder
- Mais,
Würmer, Boilies, Maden und Brot, vorausgesetzt, man bietet sie direkt am Gewässergrund
an.
Verhalten
Brassen leben in Schulen. Eine Brassenschule kann Hunderte von
Individuen bis zu einem Gewicht zwischen drei und vier Pfund haben. Einer der
Gründe, weshalb Brassen in großen Schulen leben, mag daran liegen,
dass sie so
vor Angriffen von Raubfischen geschützt sind.
Brassen gelten als Fische, die im stehenden Gewässer leben. Flaches,
krautiges Wasser und die Möglichkeit, in der Sonne zu baden, lockt sie an. Doch
weit mehr als viele Angler glauben, kommen die Brassen auch in schnell
fließenden Flüssen vor. Dort halten sie sich außerhalb der Hauptströmung in
tiefen Löchern oder unterspülten Ufern auf. Der Schlüssel für eine große
Brassen- Population liegt in der Abwechslung und Qualität des Futters.
Gewässer, die ein reiches Pflanzenvorkommen haben, bieten auch eine große
Nahrungsgrundlage. Dort gibt es viele Insekten und Schnecken. Einige
Brassengewässer, werden so heftig befischt,
dass die Brassen schon allein von
dem vielen Grundfutter, das eingebracht wird, abwachsen können.
Lebenszyklus
Brassen werden im vierten bis fünften Lebensjahr geschlechtsreif. Sie
laichen von Mai bis Juli, wenn das Wasser eine Temperatur von 14
- 17'C
erreicht hat. Die Milchner zeigen jetzt ein Revierverhalten und entwickeln den
sogenannten Laichausschlag am Kopf und am Körper. Es wird angenommen,
dass die
männlichen Fische mit diesem Laichausschlag die weiblichen Fische berühren und
so die Abgabe von Rogen einleiten. Die Rogner legen dann ihre Eier in etwa ein
in tiefem Wasser auf Steinen Kies oder Wasserpflanzen ab. Jeder Rogner legt 300000
- 400000 Eier, die sich in etwa zwölf Tagen entwickeln. In wärmeren
Zeiten entwickeln sich die Eier schneller. Nur wenige der geschlüpften
Jungfische überleben.
Im ersten Jahr erreichen die
Jungbrassen eine Länge zwischen sieben und zwölf cm. Brassen wachsen dann im
allgemeinen langsam. Sie erreichen erst nach fünf oder sechs Jahren ein Gewicht
von 0,9 kg. Und ein Brassen, der zwischen vier und sechs Pfund wiegt, ist zehn Jahre
alt. Wenn die Bestände zu
groß sind oder Nahrungsmangel besteht, wachsen die Fische sehr langsam und
haben dann schmale an ein Blatt Papier erinnernde Körper.
Brassen
oder Güster?
Kleine Brassen werden oft mit Güstern verwechselt. Doch die Güster (Blicca björkna) ist eine ganz andere Fischart. Man kann sie an den Augen unterscheiden - Brassen haben kleinere Augen als Güster. Ein zweiter Unterschied: Brassen haben 23 bis 28 Strahlen in der Afterflosse, während Güster nur 19 bis 23 Strahlen haben.
Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name:
Abramis brama
Höchstgewicht: 8,3 kg
Durchschnittsgewicht:
1,4 - 1,8 kg
Durchschnittliche Länge:
35 bis 40 cm
Lebenserwartung: 20
Jahre