Der gierige Döbel
Der Döbel - auch Aitel genannt - wächst in unseren
heimischen Gewässern zu beachtlicher Größe heran.
Er hat einen unersättlichen Appetit und ist Pfund
für Pfund ein ausdauernder Kämpfer.
Der Döbel sieht dem Hasel sehr ähnlich, wird
aber wesentlich größer. Beide haben einen schwarzen Schwanz und einen grauen
oder grünlichen Rücken. Den Döbel erkennt man an seinem drehrunden Körper und
der netzartigen Zeichnung der Schuppen, die am Hinterrand schwarz gesäumt sind.
Seine Afterflossen sind blaßrot, sein Maul ist auffallend groß. Die Rücken- und
die Afterflosse sind beim Döbel konvex (nach außen gewölbt), beim Hasel konkav (nach innen gewölbt).
Die Ernährung
Döbel sind
Allesfresser und ernähren sich von Fischen, Insekten, Kleintieren, aber auch
von Fadenalgen, Brot, Beeren und Früchten; bekannt sind Kirschen als Köder.
Schon kleine Döbel von 7- 8 cm Länge fressen wirbellose Tiere, Würmer und
Fischbrut. An überhängenden Holunderbüschen kann es sogar vorkommen, dass sich
die Döbel mit den reifen Beeren
richtig vollstopfen. Exemplare von etwa drei Pfund leben räuberisch. Sie fressen
kleine Koppen, Elritzen, Rotaugen und Hasel.
Das endständige Maul ist unbezahnt, die
Schlundknochen sind jedoch mit kräftigen Zähnen besetzt. Damit können sie sogar
kleine Krebse und Muscheln trotz ihrer harten Schale im Nu knacken.
Der Döbel lebt meist in
Fließgewässern, und zwar im ruhigfließenden Mittel- und Unterlauf der Flüsse.
Doch auch in der Forellen- und Äschenregion hält er sich auf. In Deutschland
kommt er auch in der Brachsenregion vor. Selbst in den Brackwasserbereichen von
Nord und Ostsee werden gute Exemplare gefangen. Da der Döbel ein sehr
anpassungsfähiger Fisch ist, findet man ihn auch in stehenden Gewässern. In
Staubecken und Seen wie etwa dem Walchensee finden sich kapitale Exemplare; sie
wachsen dort rascher. Doch die größten Döbel werden meist in den Fließgewässern
gefangen. Wird die Strömung zu stark, sucht der Döbel die Uferpartien auf. Er
versteckt sich gern und sucht Schutz unter überhängenden Bäumen,
Treibgutteppichen, Wasserpflanzen und ausgespülten Ufern. Nachmittags jedoch
sonnen sich Döbel gern an der Oberfläche. Man kann sie
dann an klaren, windstillen Sommertagen
beobachten, allerdings sollte man sich vorsichtig nähern, da sie
ausgesprochen scheu sind. Die geselligen
Fische flüchten auch, wenn man ihnen den Köder gezielt vorzusetzen
versucht. Das kann man vermeiden, indem man
den Wurf einige Meter flussauf vor dem Standplatz der Fische platziert.
Döbel laichen gewöhnlich im Mai. Die erwachsenen Rogner legen ihren
Laich über flachem Kiesgrund im fließenden Wasser ab. Jedes Weibchen legt 20000
bis 100000 Eier an Pflanzen oder kleinen Steinen ab. Nach 8-10 Tagen schlüpft
die Brut. Die Jungfische leben in Schwärmen und ernähren sich von Plankton.
Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name:
Leuciscus cephalus
Höchstgewicht: 5,6 kg
Durchschnittsgewicht: 0,5 kg
Maximale Länge: 70 cm
Lebenserwartung: 16 Jahre