Die Karausche:
zäh und unverwüstlich
Die Karausche ist der widerstandsfähigste aller
Süßwasserfische. Ob in fast ausgetrockneten Tümpeln
oder in zugefrorenen Teichen, die Karausche überlebt
auch unter den denkbar schlechtesten Bedingungen.
Von Anglern wird die Karausche sehr
unterschiedlich eingeschätzt. Früher trug diese Fischart den Spitznamen
"Schneider-" oder "Bauernkarpfen". Wer sich keinen
Karpfen leisten konnte, der hatte noch die Karausche, die man fast in jedem
Tümpel, Moorloch oder Sumpf finden kann. Als Angeln mit lebendem Köderfisch
noch erlaubt war, wurde die Karausche oft als Hechtköder genommen, denn sie
galt als besonders zäh. Wer heute als Spezialist auf Karauschen fischt, hat sie
schätzen gelernt. Denn kapitale Karauschen sind schwer zu fangen. Die Karausche
unterscheidet sich vom Karpfen durch ihren kleineren Kopf und das Fehlen von
Barteln. Das Auge hat eine silberfarbene Regenbogenhaut. Vor der Schwanzflosse
findet man - besonders bei jungen Fischen
- einen dunklen Fleck.
Seitdem die
Specimen- Hunter diese Fischart
entdeckt haben, ist das Ansehen der Karausche gestiegen. Wer ein exzellentes Krauschengewässer
kennt, wird es kaum preisgeben. Traditionell liegen die besten Karauschen- Gewässer
im Osten Deutschlands, weil dort die Karausche als Speisefisch geschätzt wird
und deshalb in viele Gewässer eingesetzt wurde. Große Karauschen werden auch im
Brackwasser der Ostsee gefangen.
Überlebenskünstler
Die Karausche ist ein äußerst
anpassungsfähiger kleiner Fisch und kann selbst im kleinsten Tümpel überleben.
Am besten gedeiht sie dort, wo kein anderer Fisch überleben kann: in dicht
bewachsenen, sumpfigen Gewässern mit weichem, schlammigem Grund. Karauschen
sind zäh und unverwüstlich. Den strengsten Winter und die längste Trockenperiode
überstehen sie in einer Art Schlafzustand. In Teichen, die fast ausgetrocknet
waren, hat man Karauschen gefunden, die zwischen Binsenwurzeln lebten. Im
Winter können sie vom Eis eingeschlossen, im Schlamm oder in flachen Sümpfen
tief eingegraben überleben; sobald das Eis taut, erwachen sie zu neuem Leben.
Karauschen kommen außerordentlich lange mit
sehr wenig Sauerstoff aus. Unter solchen Bedingungen bleiben sie zwergwüchsig
und erreichen nur eine Länge von 10
- 12 cm. In großen Seen mit
reichhaltigem Nahrungsangebot werden Karauschen jedoch sehr kräftig und können
bis zu fünf Pfund schwer werden.
Nicht
wählerisch
Karauschen fressen in der Jugend
ausschließlich planktonartige Krebstierchen. Mit zunehmender Größe erweitert
sich ihr Speiseplan, und sie fressen schließlich die meisten Insektenlarven,
Schnecken, Krebstiere und viele Pflanzenarten. Solche unproblematischen Fressgewohnheiten
sind von Vorteil, wenn der Fisch in kleinen Teichen mit begrenztem
Nahrungsangebot überleben muß. Karauschen werden mit drei bis vier Jahren
geschlechtsreif und laichen im Mai und Juni in den Uferbereichen von Teichen
und Seen. Die wunderschönen goldfarbenen Eier haften an feinblättrigen Pflanzen
oder auch an dünnen Baumwurzeln, die ins Wasser reichen. Die Brut schlüpft nach
einer Woche, doch die Jungfische bleiben noch zwei bis drei Tage an der Pflanze
haften, bis sie den Rest ihres Dottersacks aufgebraucht haben und
davonschwimmen. In den ersten Lebenswochen bilden Karauschen kleine Schwärme
und leben am Rand von Krautbetten und unter Seerosenfeldern. Bei Wintereinbruch
lösen sich diese Gruppen auf.
Hybridformen
Karauschen kreuzen sich mit Wildkarpfen (man nennt diese Hybriden dann Karschkarpfen) und mit ihren nahen Verwandten, den Goldfischen. Karschkarpfen sind leicht zu erkennen, da sie wie die Karauschen - einen kleinen Kopf haben, aber wie die Schuppenkarpfen mit einer, zwei oder manchmal auch mit drei kleinen Barteln ausgestattet sind. Aus bislang unbekannten Gründen sind fast alle Karpfen-Kartauschen- Hybridenmännlichen Geschlechts.
Lebensdaten
Wissenschaftlicher Name:
Carassius carassius
Durchschnittsgewicht: 220
g
Maximale Länge, 46 cm
Lebenserwartung: bis zu
15 Jahr